Zwei Großfamilien gecastet

Drehstart für Webserie "CrimeBoy"

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Wie kriegt man zehn Komparsen unter Berücksichtigung der Corona-Regeln vor die Kamera? Diese Frage beschäftige den münsterischen Regisseur und Produzent Simon Jöcker in den vergangenen Wochen. „Voraussetzung war, dass Darsteller aus insgesamt höchstens zwei Haushalten im Motiv stehen dürfen“, erinnert sich Jöcker. „Da haben wir zwei Großfamilien gecastet.“

Die erste Klappe fiel dann sonntags auf dem Prinzipalmarkt. Die Dreharbeiten für den Serienpiloten des Web-Krimis „CrimeBoy“ seien nicht nur wegen der Hygienemaßnahmen eine Herausforderung gewesen. „Im Hintergrund sind unscharf ständig Passanten mit Mundschutz zu sehen. Aber eigentlich wollen wir im Film keinen Mundschutz zeigen“, sagt Jöcker. „Denn die Serie soll nach Corona auch noch Gültigkeit haben.“ So mussten Szenen viel öfter gedreht werden als gewohnt, bis dann auch der Hintergrund stimmte.

CrimeBoy ist eine Krimi-Webserie in Münster, die eine junge Alternative zu den altbekannten Fernsehkrimis werden soll. Ein erfolgloser Gaming-Blogger löst einen Mordfall, dokumentiert seine Recherchen dazu im Internet und wird darüber unverhofft zum Influencer. „Ein moderner Krimi mit Live-Streams und Chatverläufen – wo es auch weniger darum geht, wer der Mörder ist, sondern eher, wie der „CrimeBoy“ ihm auf die Schliche kommt“, erklärt Jöcker. „Columbo 4.0, wenn man so will.“

Das Besondere an dem vom Filmservice Münster.Land unterstützten Format ist, dass die Stories auch zwischen den Serien-Episoden auf den Social-Media-Kanälen quasi in „Echtzeit“ weitergeführt werden. „Wenn der Hauptdarsteller zum Beispiel in der Serie nachts um drei Uhr in die Lambertikirche einbricht, dann ist das vorher auf seinem Live-Stream tatsächlich um drei Uhr nachts zu sehen“, erklärt Jöcker, der auch das Drehbuch zur Pilotfolge geschrieben hat. „In der Webserie auf YouTube fügen sich dann die ganzen Live-Streams und Instagram-Posts zu einem Gesamtbild zusammen.“

Der ursprünglich im Frühjahr geplante Drehstart musste beim ersten Lockdown abgesagt werden. Im Sommer habe das Wetter nicht zur düster anmutenden Stimmung, gepasst, so Jöcker. „Jetzt, im „Lockdown Light“ war die Umsetzung so gerade eben möglich.“ Einen traurigen Vorteil habe die aktuelle Situation allerdings für den Dreh gehabt: „Der Prinzipalmarkt musste bei dem geringen Publikumsverkehr nicht abgesperrt werden.“